Rehabilitation aphasischer Störungen

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Aphasien sind erworbene Sprachstörungen, welche infolge von Erkrankungen des zentralen Nervensystems auftreten. Diese werden nach den vier Standardsyndromen oder nach einem der Nicht-Standardsyndrome klassifiziert. Die Störungen betreffen, meist in unterschiedlicher Gewichtung, expressive (Sprechen und Schreiben) und rezeptive (Verstehen und Lesen) sprachliche Fähigkeiten. 
 
Bis einschließlich 2010 gab es 29 randomisierte Kontrollgruppenstudien zur Rehabilitation aphasischer Störungen nach einem Schlaganfall. Neue Bildgebungsstudien beschäftigen sich mit dem prognostischen Wert von Läsions- und kortikalen Aktivierungsparametern und den neuronalen Korrelaten wirksamer Sprachtherapie. In einer Vergleichsstudie fanden sich keine unterschiedlichen Effekte kognitiv-linguistischer und kommunikativer Therapieansätze. Weitere Studien zeigen, dass die Medikamente Donepezil und Memantin positive Effekte in der chronischen Phase nach dem Schlafanfall aufweisen, aber auch dass durch eine anodale transkranielle Gleichstromstimulation (= Elektrostimulation des Gehirns) eine Verbesserung der Lernleistung erfolgt.

Am wirksamsten ist eine möglichst tägliche und systematische Sprachtherapie bei einer Intensität von mindestens fünf bis zehn Stunden pro Woche, beginnend in der frühen Phase der Spontanerholung. Je nach erreichbaren Verbesserungen sind intensive Intervallbehandlungen auch nach mehr als zwölf Monaten nach dem Schlaganfall zu empfehlen. Auch für die Aufrechterhaltung der wiedergewonnenen Sprachfähigkeiten, sowie für eine gezielte Anpassung an diversen Alltagsanforderungen, ist eine weiterhin therapeutische Unterstützung sinnvoll.