Fortbildung: LSVT bei Parkinson Patienten

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Herr Thomas Brauer, LSVT Global – Representative, Germany und Mitarbeiter an der Lehranstalt für Logopäden an der Universitätsmedizin Mainz, befand sich auf dem Weg zu einem LSVT-Zertifizierungs-Workshop und war spontan bereit, in der Praxis für Sprachtherapie Prollius einen Impulsvortag zu der Therapieform LSVT loud durchzuführen.

Inhaltlich wurden durch Herrn Brauer die dem Team theoretisch und in der Therapie bekannten Leitsymptome des Morbus Parkinson (Rigor, Bradykinese, Tremor und Posturale Instabilität) vertiefend dargestellt. Unterschieden wurden hier auch die Parkinson-Syndrome, wie etwa Ideopatischer Parkinson, Genetisch bedingter Parkinson, Sekundärer Parkinson und Atypischer Parkinson. Die exakte Beschreibung der jeweils ersten Symptome, der jeweiligen Begleitsymptome und der medizinischen Behandlungsmöglichkeiten mittels einer individuellen Medikation und auch der Tiefen Hirnstimulation waren der nächste Inhaltsblock.

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Relevant für den logopädischen Therapieansatz sind die Typischen Symptome, wie die reduzierte Lautstärke, der raue Stimmklang, die Monotonie, die unpräzise Artikulation, der Stimmtremor.

Im Jahre 1990 wurden in einem Konsens die Erkenntnisse von Sarno, Allan, Green und vielen anderen zusammengefasst. Dieser formuliert, dass Sprechübungen zu Artikulation und Sprechtempo bei niedriger Behandlungsfrequenz für den Parkinson Patienten nicht hilfreich sind.

Herr Brauer stellte im wichtigsten und für uns neuen Aspekt dieser Veranstaltung die Ansätze der LSVT (Lee Silvermann Voice Treatment) dar. Ihren Beginn hat dieser Therapieansatz 1987 bis 1989 in einer Pilotstudie und wurde seither in mehreren Phasen bis heute ständig weiterentwickelt.

Die LSVT Therapieprogramme werden mit hoher Intensität durchgeführt, um das erkrankte System anzuregen. Es zielt auf die individuellen Bewegungsamplituden, die Bradykinese/Hypokinese und die kinästhetische Wahrnehmung (sensorische Defizite).

In der konkreten LSVT Therapie werden täglich intensive Übungen zur Tonhaltedauer, einem hohen/tiefen „ah“ und Alltagsphrasen durchgeführt. Die zweite Hälfte der Behandlungseinheit beinhaltet ein hierarchisches Lautstärketraining, in dem die Lautstärke aus den Grundübungen in kontextspezifische und variierende Sprechaktivitäten übertragen wird. In der ersten Woche werden therapeutisch Wörter und Phrasen, in der zweiten Woche Sätze, in der dritten Woche Lesen und in der vierten Woche Texte und Unterhaltung trainiert.

Herr Brauer schloss die Veranstaltung mit dem Hinweis, dass Forschungsergebnisse unstrittig dokumentieren, dass die logopädische Therapie bei Morbus Parkinson das Gehirn stimuliert und die neuronale Plastizität fördert.

Ziel der Praxis für Sprachtherapie Prollius ist die zertifizierte Ausbildung des Teams im LSVT-Ansatz auszuweiten und der Deutschen Parkinson Vereinigung e. V., den Parkinsongruppen in Essen und Bottrop und den betroffenen PatientenInnen mit den Angehörigen als kompetenter Therapiepartner zur Seite zu stehen.

Die Praxis für Sprachtherapie Prollius dankt Herrn Thomas Brauer sehr für diese Veranstaltung, die uns alle sehr neugierig gemacht hat, uns weiter mit diesem Thema zu beschäftigen.