Aktuelle Aktivitäten der Interessengemeinschaft der selbständigen Logopäden/-innen und Sprachtherapeuten/-innen e. V. (LOGO Deutschland)

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Bemerkenswerte Initiative der jungen Interessengemeinschaft der selbständigen Logopäden/-innen und Sprachtherapeuten/-innen e. V. LOGO Deutschland: Die Mitglieder suchen die Gesprächsinitiative mit den vor Ort gewählten Abgeordneten des Deutschen Bundestages.

In seiner Argumentationslinie weist der Arbeitsausschuss Politik und Lobbyarbeit um Frau Diethild Remmert, Frau Barbara Flohr, Frau Carmen Goebel-Bettermann, Frau Bettina Paris und Herrn Hansjörg Tarantik auf die aktuelle Arbeit von bundesweit ca. 8.000 Praxen mit ca. 19.000 Mitarbeitern hin, welche die ambulante und teilweise auch die stationäre, logopädische/sprachtherapeutische Versorgung der Bundesbürger, mit ca. 16 Millionen Einzelbehandlungen im Jahr 2013, sicherstellten.

Mit Hilfe der individuell erworbenen und höchst spezialisierten Expertise, werden bei Menschen in allen Altersstufen beispielsweise Dysphagien (Schluckstörungen), Sprachentwicklungsverzögerungen, Dyslalien, Stimmstörungen, Sprech- und Sprachstörungen bei neurologischer Erkrankung, unterstützte Kommunikation, Stottern u.v.m. behandelt.

LOGO Deutschland weist darauf hin, dass durch Vor- und Nachbereitung der Therapie, Dokumentation, Erstellen von angeforderten Behandlungsberichten, organisatorische Aufgaben (Überprüfung der aktuell vorliegenden Heilmittelverordnung auf Korrektheit und Vollständigkeit, Telefonate zur Terminvereinbarung) aus einer 45-minütigen Therapie (verordneter Umfang durch den Arzt) schnell ein tatsächlicher Arbeitsaufwand von ca. 80 Minuten entsteht. Dazu kommen qualitätssichernde Maßnahmen und regelmäßige Fort- und Weiterbildung als Obligat. Die Vergütung durch die Krankenkassen hierfür beträgt bei einer Praxisbehandlung ca. € 35,00 (Verband der Ersatzkassen, 2015).

Mit dieser Vergütungshöhe für den erheblichen Aufwand pro Therapien können die selbständigen Logopäden/-innen und Sprachtherapeuten/-innen kaum Rücklagen für die eigene Altersvorsorge bilden – es besteht hier trotz enormen Fleißes bei hoher Arbeitsqualität und Qualifikation die Gefahr der Altersarmut! Die Vergütungshöhe der in den Praxen angestellten Logopäden/-innen und Sprachtherapeuten/-innen ist vor diesem erschreckenden Hintergrund völlig unzureichend und unangemessen.

Die Detailanalyse zeigt, dass der demographische Wandel unserer Gesellschaft sich in der logopädischen Versorgung nicht widerspiegelt. Die poststationäre logopädische Versorgung ist lückenhaft und im Bereich der Erkrankten mit relevanten ICD-10 Diagnosen erhalten lediglich 56 % der Patienten die angezeigte logopädische Therapie (Quelle: Barmer Heil- und Hilfsmittelreport 2014).

Weiter argumentiert die Interessengemeinschaft LOGO Deutschland, dass sich die Einkommenssituation der freien Praxis innerhalb eines Jahrzehnts degressiv mit einem Verlust von ca. 30 % entwickelt hat. Ursächlich verantwortlich sind hier die Deckelung durch die Grundlohnsumme, steigende Kosten (Miete, Mitarbeiter, Fortbildungskosten, Büro). Negativ wirken sich auch die Verschleppungen der Vertragsverhandlungen aus.

LOGO Deutschland sieht abschließend zwei Lösungsansätze:

  • Logopäden/-innen und Sprachtherapeuten/-innen sind aufgrund der fachlichen Qualifikation absolut kompetent, eine logopädische Diagnose und die daraus erforderliche Therapieplanung zu erstellen. Um bei dem drohenden Ärztemangel die sichere, angemessene und qualitativ erforderliche logopädische Versorgung der Patienten sicherzustellen, muss die Entscheidung über eine eventuell notwendige logopädische/sprachtherapeutische Therapie an die handelnden Logopäden/-innen und Sprachtherapeuten/-innen übertragen werden.
  • Die Ausbildung zukünftiger Logopäden/-innen und Sprachtherapeuten/-innen muss akademisch sein und mit einem Staatsexamen abgeschlossen werden.

 
Aus Sicht der Praxis für Sprachtherapie Prollius ist diese Initiative seitens der etablierten Berufsverbände längst überfällig gewesen – auch wir werden den Dialog mit den hiesigen Abgeordneten des Deutschen Bundestages suchen.

Angelika Müller-Prollius und Eberhard Volker Prollius